Das Schönwolder Moor braucht weiter Hilfe

Die gesicherte Grünlandfläche am Schönwolder Moor. Foto: Gerd Schriefer

Tja, die düsteren Prognosen aus dem Frühjahr haben sich leider bestätigt. Genau genommen sind sie sogar übertroffen worden: 80 Prozent der sonst vorhandenen Brutplätze waren in diesem Jahr für die Kranichbrut unbrauchbar! ACHTZIG PROZENT! Frühjahr und Sommer waren einfach zu trocken.

Der geringe Bruterfolg hat aber auch noch weitere Ursachen. Einerseits hat die Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Einsatz von Insektiziden und dem einhergehenden Insektensterben großen Einfluss auf die Vögel. Andererseits bringen aber auch wärmere Sommer und kürzere Winter den eingespielten Vogelzug durcheinander. Die Kraniche finden sich immer früher in ihren Brutgebieten ein. Wenn sie dann schon mit der Brut starten, schlüpfen die Jungen auch eher. Die Kleinen brauchen Insekten als Nahrung. Doch so früh im Jahr leben noch nicht genug Käfer, um die Küken zu ernähren. Die Jungvögel gehen an Hunger zugrunde.

Auch jetzt, zur Herbstzeit, ist die Situation für die „Vögel des Glücks“ angespannt. Die Kraniche finden in diesem Jahr besonders wenig Futter, um sich für die lange Reise zu stärken. Zum einen liegt das an dem trockenen Sommer, zum anderen lassen die modernen Landwirtschaftsmaschinen immer weniger bei der Ernte auf den Äckern liegen.

Zu allem Überfluss herrscht auch noch Knappheit bei den Schlafplätzen. Überall, wo flache Gewässer oder kleine Moore ausgetrocknet sind, können Kraniche nicht mehr schlafen. Die Vögel müssen auf andere Gewässer ausweichen, wo es dann zu großem Gedränge kommt. Das erzeugt zusätzlichen Stress und verbraucht wichtige Kraftreserven, die die Kraniche eigentlich für ihren langen Flug brauchen.

Unsere Stiftung ist fest entschlossen, weitere Beiträge zur Verbesserung der Kranichsituation zu leisten. Ein wichtiges Anliegen ist die Renaturierung des Schönwolder Moores, wo neue Schlaf- und Brutplätze entstehen könnten. Im Frühjahr hatten wir unsere Unterstützer*innen dazu aufgerufen, Hilfe beim Flächenkauf am Rand des Moores zu leisten. Und Sie haben geholfen! Mit der zusammengekommenen Spendensumme von 30.000 € konnte die Stiftung nun 24 ha Grünland in ihren Besitz übernehmen. Jetzt kann sich die Fläche zu einer artenreichen Wiesenlandschaft entwickeln.

Vielen Dank für Ihre Hilfe! Lassen Sie uns nun auch gemeinsam die Brutreviere im Schönwolder Moor wiederherstellen. Für die Bewässerung der Moorflächen ist jede Unterstützung willkommen – die Kraniche werden es Ihnen danken.

 

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Lage Biosphärenreservat. Karte: Verlag Maiwald-Karten