Gesicherte Moore

Die Stiftung und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe haben für das Tessiner Moor und das Neuendorfer Moor die Grundlagen geschaffen, dass diese sich von den jahrzehntelangen Schädigungen erholen und Kraniche ungestört dort brüten können. Auch im Kuhlrader Moor und Woitendorfer Wald wurden Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt.

 


17 Hektar Tessiner Moor

Eines der kostbaren Biotope für bedrohte Tier- und Pflanzenarten – das 55 ha große Tessiner Moor im südlichen Teil des UNESCO-Biosphärenreservates Schaalsee – konnte in weiten Teilen mit Hilfe von Stiftungsgeldern sicher gestellt werden. 2006 wurden mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern die Entwässerungsrohre im Moor höher gelegt und ein Stau im südlichen Abzugsgraben eingerichtet. Weitere Details finden Sie im Konzept zur Renaturierung des Tessiner Moores. Die in Absprachen mit den Nutzern der umgebenden landwirtschaftlichen Flächen festgelegten Stauhöhen gewährleisten weiterhin eine uneingeschränkte Bewirtschaftung. Viele Spender haben das Projekt unterstützt. Dafür herzlichen Dank! Insgesamt sind es 17 ha, die von der Stiftung Biosphäre Schaalsee so dauerhaft geschützt sind. Das Tessiner Moor ist nun vor menschlichen Eingriffen weitest gehend geschützt. 2-3 Kranichbrutpaare haben bereits hier ihren geschützten Lebensraum gefunden. Doch für die Erfolgskontrolle, Wasserstandsmessungen, weitere notwendige moortypische Bepflanzungen und Grundstückskosten wird weiter Geld benötigt.


88 Hektar Neuendorfer Moor

Das 115 ha große Neuendorfer Moor im Osten des UNESCO-Biosphärenreservates ist eines der wichtigsten Regenmoore in der Region. Bis 1970 spielte hier der Torfabbau eine große Rolle. Nach Abschluss von umfangreichen Untersuchungen und dem frühzeitigen Einbezug der betroffenen Landnutzer und –eigentümer wurde eine aufwendige Renaturierung eingeleitet. Zunächst wurden Moor- und angrenzende Pufferflächen gekauft. Die Stiftung Biosphäre Schaalsee stellte mit Hilfe von Spenden und Ausgleichgeldern 101,4 ha sicher. Baufirmen legten im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltung einen 1.560 m langen Bypass um das Moor, damit kein Dünger bzw. nährstoffhaltiges Wasser von den umliegenden Ackerflächen mehr zufließt. Außerdem wurden die künstlichen Abflüsse im Moor geschlossen, um den Wasserstand bis zu 30 cm anzuheben. Weitere Details finden Sie im Kurzbericht zur Renaturierung des Neuendorfer Moores von dem Ingenieurbüro biota. Bereits zwei Kranichbrutpaare sind in dem Moor heimisch.

 


75 Hektar Kuhlrader Moor

Das 75 ha große Kuhlrader Moor befindet sich im nördlichen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Schaalsee. Hier haben zwei Kranichpaare ihre Brutplätze. Außerdem befinden sich hier seltene Lurchen-, Insekten- und Spinnenarten. Der Zustand des Moores ist laut eines Gutachtens des Ingenieurbüros biota aus Bützow in einem traurigen Zustand. Bis 1918 wurde es stark ausgetorft und bis 1949 beweidet. Die nach der Nutzung anhaltende Entwässerung des Moores führte immer mehr zur Verbuschung, Bewaldung und damit zur Austrocknung. Dadurch waren auch die Kranichbrutplätze in Gefahr, denn Kraniche brauchen zum Brüten knietiefes Wasser. Zudem störten Nährstoffe aus der umliegenden Landwirtschaft das natürliche Gleichgewicht des Moores. Nun wurde eine Überlaufschwelle am Ablauf des Kuhlrader Moores gebaut, damit das Wasser länger im Moor gehalten und die Nährstoffkonzentration verringert wird. Zum anderen wurden alte Dränageleitungen entfernt. Langfristig wird sich so eine niedermoortypische Tier- und Pflanzenwelt entwickeln. Die Bautätigkeiten betrugen 28.500,- EUR und wurden von der EU und der Landesregierung M-V finanziert. Die Flächen im Kuhlrader Moor sind im Eigentum des Zweckverbands „Schaalsee-Landschaft“.

 


Woitendorfer Wald

Der Woitendorfer Wald ist ein großes zusammenhängendes Waldgebiet in der sonst recht waldarmen Landschaft im nördlichen Teil des Biosphärenreservates Schaalsee. Mit seinen vielen Kleingewässern übernimmt der Wald nicht nur wichtige Speicherfunktionen für das benachbarte Woitendorfer Moor und den Röggeliner See, sondern auch als Kranichbrutrevier. Für Kraniche sind Kleingewässer ideal zum Brüten, weil sie im knietiefen Wasser ihre Nester geschützt vor Feinden bauen können. Diese Kleingewässer drohten immer mehr trocken zu fallen. Die Stiftung Biosphäre Schaalsee hat dabei geholfen, dies zu verhindern. Bereits im 19. Jahrhundert angelegte Entwässerungsgräben wurden geschlossen werden, und um eine bessere Wasserrückhaltung im Wald zu erreichen, der zentrale Graben an mehreren Stellen angestaut. Die Anstaumaßnahmen kosteten 59.500,- €. Etwa 1,25 ha Buchenwald war durch den Anstau betroffen und wurde deshalb an anderer Stelle wieder aufgeforstet. Die Kosten dafür betrugen 8.750,- €.

 


Lage

Lage UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee

Lage Biosphärenreservat. Karte: Verlag Maiwald-Karten

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